Zeiterfassung Minijob 2026: Was ist Pflicht und welches Tool reicht aus?
Müssen Minijobber ihre Zeit erfassen? Was sagt das MiLoG? Welche einfachen Tools für 450-Euro-Kräfte und Werkstudenten geeignet sind — ohne Aufwand für Arbeitgeber und Mitarbeiter.
Thema
Ratgeber
Veröffentlicht
20. Juni 2026
Aktualisiert
20. Juni 2026
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Martin Frost beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit digitalen Business-Prozessen, Buchhaltungssoftware und kaufmännischen Tools für kleine Unternehmen und Selbstständige.
Überblick
Für Minijobber gelten in Deutschland besonders strenge Aufzeichnungspflichten: § 17 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) verpflichtet Arbeitgeber, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit von Minijobbern aufzuzeichnen — am Tag der Tätigkeit, spätestens am nächsten Tag.
Diese Pflicht gilt unabhängig von der allgemeinen Arbeitszeiterfassungspflicht — sie besteht bereits seit 2015. Viele kleine Unternehmen (Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk) beschäftigen Minijobber und kommen ihrer Pflicht mit Papier-Stundenzetteln nach — was formal korrekt ist, aber mühsam und fehleranfällig ist.
Worauf solltest du achten?
Empfehlung von AnbieterPilot
Für einzelne oder wenige Minijobber: Clockify Free (kostenlos, einfachste App). Für Gastronomie und Einzelhandel mit mehreren Minijobbern: Crewmeister (NFC-Stempeluhr, automatische Stundenzettel). Für Betriebe die bereits ein Zeiterfassungstool haben: Minijobber einfach als weitere Nutzer hinzufügen.
Häufige Fragen
Müssen Minijobber ihre Arbeitszeit erfassen?
Ja. § 17 MiLoG verpflichtet Arbeitgeber zur Aufzeichnung der Arbeitszeit von Minijobbern: Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit — spätestens am auf die Tätigkeit folgenden Werktag. Ausnahme: Arbeitnehmer die ausschhl. mobile Tätigkeiten ausüben und keine feste Arbeitsstätte haben (selten bei Minijobbern).
Reicht ein Papier-Stundenzettel für Minijobber?
Ja, ein Papier-Stundenzettel erfüllt die gesetzliche Pflicht. Er muss Datum, Beginn, Ende und Pausen enthalten, vom Mitarbeiter und Arbeitgeber unterschrieben sein und 2 Jahre aufbewahrt werden. Nachteil: Aufwand, Fehleranfälligkeit und Platzbedarf für Archivierung. Digitale Lösungen sind oft effizienter.
Was passiert wenn Minijobber-Zeiterfassung fehlt?
Der Zoll prüft die Einhaltung des MiLoG und kontrolliert regelmäßig Arbeitgeber — besonders in Branchen mit hohem Minijobber-Anteil (Gastronomie, Baugewerbe, Pflege). Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 30.000 € je Verstoß. Zusätzlich kann Nachzahlung von Mindestlohn verlangt werden.
Welche App ist am einfachsten für Minijobber?
Clockify Free: kostenlos für unbegrenzt Nutzer, Mitarbeiter stempeln per App oder Web ein und aus, Stunden werden automatisch addiert. Crewmeister bietet zusätzlich eine NFC-Stempeluhr — ideal wenn Mitarbeiter kein eigenes Smartphone für Arbeits-Apps nutzen wollen.
Müssen Werkstudenten auch erfasst werden?
Für Werkstudenten gilt die allgemeine Arbeitszeiterfassungspflicht (BAG-Urteil 2022) — nicht die spezifische MiLoG-Pflicht (die gilt nur für Minijobber und Beschäftigte in Branchen nach § 2a SchwarzArbG). Grundsätzlich ist Zeiterfassung für alle Mitarbeitergruppen verpflichtend.
